Research for Rare - Forschung für seltene Erkrankungen

Translationales Netzwerk zu hereditären intrahepatischen Cholestasen – HIChol

Cholestase bezeichnet eine Störung der Gallebildung oder der Gallesekretion aus der Leber in den Darm. Neben erworbenen Ursachen können angeborene, genetische Varianten in verschiedenen Genen, die für die Gallebildung in der Leber von Bedeutung sind, einer Cholestase zugrunde liegen. Die angeborenen (hereditären) intrahepatischen Cholestasen umfassen ein breites Spektrum an Krankheitsbildern, das von milderen Verlaufsformen, wie der Schwangerschaftscholestase, bis hin zu sehr schwerwiegenden Krankheitsbildern, den sogenannten progressiven familiären intrahepatischen Cholestasen (PFIC), reicht. Letztere treten bei einer von 50.000 Geburten auf und sind für 10-15% der angeborenen Störungen der Gallebildung verantwortlich. Genetische Varianten in Cholestase-assoziierten Genen führen oftmals bereits im Säuglingsalter zu einer Störung der Gallebildung und damit zu einer kontinuierlichen Schädigung der Leber. Dies wiederum begünstigt die Entwicklung einer Leberzirrhose, von Leberkrebs und kann in einem Leberversagen resultieren. Die Lebertransplantation stellt derzeit die einzige kurative Therapieoption für schwerwiegende Verläufe dar. Medikamentöse Therapien, die bei schwerwiegenden Verläufen die Krankheitsprogression verhindern können, existieren derzeit nicht.

Ziele des Konsortiums sind das Identifizieren von Mutationen, die schwerwiegenden hereditären intrahepatischen Cholestasen zugrunde liegen. Außerdem sollen die Auswirkungen von gefundenen Mutationen durch Untersuchungen in Zellkultur, an leberzellartigen humanen Zellen und an Organoidkulturen aufgeklärt und kompensatorische Mechanismen identifiziert werden. Letztere sollen in diesen Modellsystemen auf ihre mögliche therapeutische Nutzbarkeit überprüft werden. Mit Hilfe des geplanten Krankheitsregisters für hereditäre Cholestasen sollen die Auswirkungen der gefundenen Mutationen auf die Ausprägung der Cholestase und deren Verlauf untersucht werden. Dies könnte zukünftig zur Verbesserung der Versorgung dieser seltenen Krankheiten beitragen.
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Kontakt
Frau Prof. Dr. med. Verena Keitel-Anselmino
Universitätsklinikum Düsseldorf
Klinik für Gastroenterologie,
Hepatologie und Infektiologie
Moorenstrasse 5
40225 Düsseldorf
Tel.: +49 211 8118268
E-Mail: verena.keitel@med.uni-duesseldorf.de